Peter von Danzig – Peter von Danzigs kampffechten (108r – 113v)

© 2001 Grzegorz Żabiński

Legenda

  • tekst czer­wony – ty­tuły pod­roz­dzia­łów
  • [tekst nie­bie­ski w na­wia­sie kwa­dra­to­wym] – ko­men­tarz
  • tekst nie­bie­ski po­gru­biony – nu­mery stron
  • tekst prze­kre­ślony – tekst skre­ślony w ma­nu­skryp­cie

Transkrypcja trakatu

108 r

Hye hebt sich an die gloß und die au­sle­gung der kunst deß kampf­fech­tenß die do ge­ticht und ge­macht hat Peter von Danckgß zů Ingelstat / über den text den do hat ge­satzt / Johanneß Liechtenawer mit ver­por­gen / und ver­dack­ten wor­ten / und hat daß ge­tan daß die sel­bi­gen wort yeder man de­ster paß ver­sten sol

Daß ist der text

Wer ab­sy­net fech­tenß zů fu­esß be­gyn­net der schick sein sper zway sten Im an he­ben recht were

/ Glosa / merck daß ist daß du dich schic­ken solt rit­ter­lich mit ge­le­ich­ter were daß du de­ine ve­int chain vor­tail ge­ben noch uber­se­hen solt las­sen

Daß ist der text

Sper und ort den vor­stich stich an vo­richt

/ Glosa / merck daß ist wenn du dich hast recht ge­setzt / oder ge­schickt mit de­inem sper zůzu­schies­sen / So scheuß den vor­schuß an alle sarg / Trifstu so volg pald dem schusß nach / Also tůe auch / ob du wilt ste­chen / und nicht schies­sen / Nů merck in tri­fstu nicht recht die plösß mit dem schies­sen / oder ste­chen so fall nicht in dem sper daß du dich nicht gebst auß der wag / und er dich ny­der werf sun­der greif zum swert

Daß ist der text

Spring wind secz recht an wert er zuck daß ge­sigt Im an

/ Glosa merck daß ist

108 v

wiltu ple­iben / und ar­ba­it­ten mit der lan­gen were / oder mit dem sper nach dem stich / und nicht wil vor schies­sen daß sper / So piß ra­sch und spring / und stich mit kün­sten / und alß pald du hast an ge­seczt in sein ge­sicht oder un­der sein uchsen / oder in sein hant­schu­ech Inwendig oder wo du ein plöß hast ge­fun­den so wind dein sper un­der dein uchsen / und druck für sich ob du Im magst die se­it­ten an ge­win­nen sich mag­stu In ste­chen durch sein fu­esß we­li­cher daß sey / oder durch sein fuß zuck dein sper nicht uncz daß er sich er­geb / und sůch kain an­der vor­tail du magst in denn ha­ben gar ge­wiß an al­len zwe­ifel / wert er aber dein an set­zen de­inß orcz wo die an­sat­zung sey alß vor­ge­schri­ben ist / So zuck dein sper / und setz ym wi­der an wo du magst an die / oder an der plöß mit kunst / und ar­bait mit dem ort / oder such auf die rin­gen alß her­nach ge­schri­ben stet / und wenn er sticht so spring auf ein se­it­ten auß dem sper

Daß ist der text

Wiltu vor ste­chen mit zuc­ken ler wer pre­chen

/ Glosa merck daß ist / Ist daß du stichst felst / und in nicht hast ge­trof­fen daß Im schädlich sey / und frum dir prin­gen mag / So zuck dein sper / und stich wi­der / und wart In auf sein leip mit

109 r

de­inen rin­gen alß her­nach stet ge­schri­ben / Eß ist zů wis­sen daß / daß zuc­ken zů get also / Nym dein sper in ped hend in al­ler masß alß daß halb swert daß die dau­men zu sa­men sten / und wenn du wild zuc­ken so zeuch daß sper mit der rech­ten hant hin­der­sich / und mit lin­den fu­len dein sper gen lest in der denc­ken hant / Hastu denn un­den ge­sto­chen einen lan­gen freyen stich zů den hen­den oder an­derß wo wo eß sey so stich mit zuc­ken Im zů dem fi­sir oben

Item du magst auch zuc­ken un­den durch an sein sper / oder we­chseln / und wi­der an set­zen ye zů der plosß / und wi­der an set­zen nicht an­derß

Daß ist der text

Merck wil er zy­ehen von scha­iden und wil er flie­hen So soltu Im na­hen zu we­islich war­teß fa­chen

/ Glosa / merck daß ist daß wenn du Im zuc­kest und Im sein kunst und stuck zů nicht machst / und In nicht lest ku­men zů schle­gen oder zů sti­chen / und Im sein were zů lanck / und zů kurcz wor­den ist / und mit se­inen hen­den dein ort auß wil re­is­sen von der se­it­ten do du Im hast an­ge­seczt / oder chi­hen / oder wil zů dem swert / oder de­gen gre­if­fen daß sein / und wild flie­chen

109 v

oder tret­ten hin­der sich / So soltu Im nach vol­gen nach se­inem ver­lo­ren ge­wicht mit de­iner kur­czen / oder lan­gen were waß dich daß pest ge­dunckt / Also wiltu In fa­chen oder we­rfen we­islich / und pald so pleib pey der kur­czen were / und nicht pey der lan­gen so ha­stu denn die vor­gre­if­fen zů se­inem leib daß pricht sein sterck

Daß ist der text

Ob du wilt rin­gen hin­der pain recht lere sprin­gen Rigel für schies­sen daß vor pain kun­stlich schies­sen von pa­iden hen­den ob du mit kunst ge­rest wen­den

/ Glosa / merck daß ist / und sind rin­gen die du tre­iben / und su­echen sol­dest Im kampf daß erst ist hin­der pain zů sprin­gen / oder Im ra­sch hin­der sein ruck zů tret­ten mit de­inem rech­ten fu­esß hin­der sein linckß pain / oder se­iten so dauch un­den mit de­inem rech­ten knye sein linck kny­epug / und na­hen / Im fast mit de­inem leib / und oben mit der rech­ten hant zeuch auch zů ruck / Also daß daß knye un­den / und die hant oben mit ein an­der gee mit dem zy­ehen / und dau­chen / Item du magst auch hin­der ruck sprin­gen oder tret­ten mit schnel­lig­kait / und mit de­inem knye in sein ruck ge­setzt / und druck von dir / und oben pey se­iner hau­ben ge­zo­gen zů dir hůtt dich aber daß er dein knye / oder pein nicht be­gre­iff / und sich

110 r

umb drät / Dar umd ist eß pes­ser ver­mi­ten wenn eß hat vil pruch

/ Item daß an­der rin­gen / Ist der ri­gel für schies­sen fur einen oder pa­ide pain / und von pa­iden se­it­ten ist eß al­beg gůt / und ge­wiß / also siech we­lcheß pain er vor ge­seczt hat daß selb setz / Im auch für fur einen ri­gel / Ist daß er setzt für daß recht pain so nah im nach / und setz dein rechte schieb wol stee an se­iner rech­ten sche­iben
/ Doch vor al­len sa­chen so müstu vor be­gre­if­fen sein rechte hant in der wag Im ge­lenck mit de­iner linc­ken / und dein rechte hat au­swen­dig in der püg zů dir mit de­iner rech­ten hant / oder mit de­inen rech­ten ar­men von un­den auf dein hant sey / und dein ar­men oben sey so zeuch oben den ar­men zů dir / und dauch mit de­inem ri­gel un­den von dir / und würf In auf dein rechte se­it­ten auf daß maul / oder ar­men prich

/ Item daß dritt rin­gen ist daß vor pain kun­stig­klich schlies­sen / Also merck auf sein pain daß dir am na­gstenn ist / wenn du in der ar­bait in wild we­rfen / und mit vor­tail dar zů ku­men magst / So far mit de­inen pa­iden of­fen pa­inen umb sein pain daß da vor stet umb sein kny­scheib mit de­inen pa­iden schey­ben / und druck dein pa­idew knye zů sa­men fast / Also daß sein scheyb se­inß pa­inß nicht von dir chöme

110 v

und stoß in oben pey se­iner hau­ben / So ruck mit einer / oder mit pa­iden hen­den pricht er mit hin­der ruc­ken / oder zuc­ken / und trit hin­der­sich folg ym nach und ge­win Im an die an­der se­itt

Daß ist der text

Ob sich vor ruckt daß swert ge­gen sper wirt ge­zuckt der stich In war nym spring vach rin­geß eil zu Im linck lanck von hant slach spring we­islich und denn vach und druck Ob er wil zu­chen von scha­iden vach und druck In daß er die plösß mit swer­teß ort ver­drösß

/ Glosa merck daß ist ha­stu ein swert / und er ein sper / und er auf dich sticht mit dem sper / und dich uber len­gen wil / und sticht einen lan­gen freyen stich zů de­inem leib / So nym war wenn er sticht so spring we­islich / und ra­sch auß dem stich deß sperß / und be­greif in und würf in mit dem vor­ge­schri­ben rin­gen / ee er wi­der sticht / Hastu aber kein were In de­inen hen­den / So stre­ich ab mit le­rer hend alß / Im rosß vech­ten ge­schri­ben stet / Hastu aber ein swert so stre­ich von der linc­ken se­it­ten zů se­inem sper / und alß pald du sein sper tri­fst / und dir nicht zuckt / oder zuc­ken mag / Also wenn er sticht / und du wol tri­fst zů Im ge­sprun­gen oder ge­tre­ten hast so vach / oder be­greif in mit ver­nünft

111 r

/ und würf / wil er aber zuc­ken swert oder de­gen / und wil daß sper fal­len las­sen / So lüg auf den de­gen / oder mes­ser oder swert zy­ehen / Ee er zeucht / und lasß in nicht dar zů chum­men / Sunder be­greif Im vo­ren sein hant / oder sein leip / und druck in dar ny­der mit kun­sten alß vor ge­schri­ben ist Im rin­gen / und du Im na­hent zů chumpst so mag er dir ka­inen scha­den zů zy­ehen mit se­inem swert we­der mit an­se­czen / we­der mit sla­chen mit dem kloß / wenn ir seit pald zů na­hent an ein an­der daß er nicht mag dar zů chömen

Daß ist der text

Leder und hand­schu­ech un­der au­gen die plös­sen recht su­ech ver­potne rin­gen we­islich zů lere prin­gen zů schies­sen finde die starc­ken do mit uber­winde

/ Glosa / merck daß ist / und sind die plösß die du su­echen solt Im fech­ten / oder wenn du In ge­worf­fen hast / und sein mäch­tig pist also du solt Im ste­chen un­den zů dem hant­schu­ech / oder stich Im un­der sein üch­sen / oder stich zů al­len pauch­flec­ken / und hu­ett dich daß du zů ni­der nicht stichst alß zů den ho­den / an­derß er uber­lauft dich / und wirft dich auch

111 v

/ Merck ha­stu recht an ge­setzt den ort un­den in sein hant­schu­ech / oder zům le­der / und merc­kest daß du ha­fst und er plůtt vom stich / oder nicht so ring nicht / Sunder druck in mit de­inem ort von dir zům kraiß uncz er sich er­geit daß selb seczt du Im recht an in sein vi­sir zuck nicht dein ort die weil du magst / und wenn erß pre­chen wil mit se­inen stuc­ken so pri­chß / und ring / und volg Im al­beg / und fleuch nicht von Im / und uber gib Im nicht oder vor ge­win­nen vor­tail mit der plosß

/ Merck eben ist daß du Im mit de­iner were also chu­men pist In sein plösß un­der den hant­schůch / und In also auf sper­rest / und die se­itt also ge­win­nen hast de­inem ve­int / In rin­gen wilt oder müest / So wart der na­gsten se­it­ten do be­greif Im sein pain mit de­inen pa­iden hen­den / also fur mit de­iner ainen hant vo­ren durch sein pa­ide pain / und chum ir zů hilff mit de­iner an­de­ren hant hin­den hoch pey se­inem ar­chß / und schleuß dein pa­ide hendt in ein an­der heb / und würf in pald auf sein se­it­ten / und puck dich nicht ny­der mit dem haubt in dem rin­gen sun­der prüst dich auf fo­ren / und senck dich mit ni­der mit dem arch / und daß haubt hin­der­sich / Ist eß not daß em­phin­stu wol an se­iner leng oder kürtz

112 r

/ Oder würf in mit dem vor ge­schri­ben rin­gen / also su­ech de­ine vor­tail ge­le­icher weiß in al­len plös­sen die / oder an­der nach de­iner ver­nünft

Daß ist der text

In al­ler ler den ort ge­gen der plösß ker

/ Glosa / merck daß ist daß du nyn­dert solt an set­zen den ort denn zů der plösß / Oder do der man zů ge­win­nen ist / und du dich nicht vor­gebst auß der wag

Daß ist der text

Wo man von scha­iden swert zuc­ken sicht von in pa­iden do sol man sterc­ken die schut­ten recht eben merc­ken

/ Glosa / merck daß ist wenn Ir nu chu­men seit von den spies­sen / und paid swert habt so sterck dein swert also hab de­inß swertz han­thab mit der rech­ten hant / und mit der linc­ken hant vo­ren daß swert na­hent mit­ten in der clin­gen / und gee auf den man / und süech In mit schle­gen / und an set­zen / Schlecht er auf dich mit se­iner klo­ßen vor seczt mit hal­bem swert den schlack / und secz den ort Im wi­der zů den plös­sen zů dem vi­sir zů der prust oder un­den zů se­iner vo­de­ren hant / und merck eben die schut­ten / wenn du an ferst mit de­inem swert daß du recht / und hoch­ge­nüg

112 v

mit gu­ter sterck / vor seczst daß er dich nicht slach / und daß du nach se­inem slag den ort an mügst wi­der recht an ge­seczt / Oder merck eben auf in wenn er tůt ob er mit dem kloß dich sla­chen wolt / und nicht schlüg / und griff zů rin­gen / oder zů hend ste­chen

Daß ist der text

Vor nach die zway dingk prüf we­islich lere mit ab­springk volg al­len tref­fen den starc­ken wiltu sy ef­fen wert er so zuck stich wert er In zů Im ruck Aber lanck ficht so pi­stu kun­stlich be­richt

/ Glosa / merck daß ist daß du in al­len sa­chen al­beg solt vor chu­men eß sey mit sti­chen mit schle­gen mit rin­gen mag­stu aber nicht chu­men dar zů ee denn dein fe­int so wart klu­glich auf noch daß sind die pruch auf alle sach die er ver ma­int / und be­gert zů tůn und prich ye sein stuck Im noch ee erß vor­pringt oder er ge­sigt dir an / Merck also wil er dich we­rfen / und setzt dir ein schranck so kum vor und wirf In zů ruck swingt er dich umb Im rin­gen so swing Im nach / und würf in Im nach swang also ge­le­icher weiß wenn ir euch ze­czett umb ein swert paid / und ein yeder eß ha­ben wolt / Merck wil er dich sla­chen zum kopf mit se­inem kloß mit dem vor / So spring / oder schreit / oder trit klug­klich ab dem slag

113 r

auf sein se­it­ten / und wirff In / Ist er dir aber zů starck so volg Im al­beg nach in se­inen sa­chen eß sey schla­hen / oder ste­chen mit de­inem an set­zen / und wenn du daß tüst so mag er zů slag nicht chu­men er prech dir denn dein an sacz so stich auf daß nach / Oder ist daß er wert so zuck und secz wi­der an / und volg al­beg mit de­inem zuc­ken Im nach / und lasß In nicht auß se­inem ort kump­stu aber zů vor­släg / und er dir zů starck ist so slach einen schlack nach dem an­de­ren alß oft du magst zů se­iner hau­ben zů se­inen ar­men zů se­inen el­po­gen zů se­inen hen­den zů se­inen fu­es­sen / und wo du In ge­schwe­chen magst / und ist daß er lanck ficht / also daß er sich langk strecht / und weit stre­icht / und sleg tůt / So pi­stu vor Im si­cher

Daß ist der text

Greift er auch sterck an daß schies­sen ge­sigt Im an Mit se­inem schla­hen­den orte Schutzt er sich trif an fo­richt mit pa­iden hen­den den ort zů den au­gen lere wen­den Deß vo­de­ren fu­esß mit schle­gen du hüet­ten müest

/ Glosa / merck daß ist wenn du auf dein fe­int zů dem kopf zů der hau­ben sla­chen wild / und er starck mit kurt­zem swert mit pa­iden hen­den dir den slag vor set­zen wil / so drëw Im oben mit schla­chen / und pring sein swert wi­der

113 v

zů dem stich / und stich zwi­schen sein paid ar­men von oben ny­der na­hent pey den hen­den / Im ge­lenck / und druck ny­der mit de­inem swert / daß get auch zů von un­den auff / Dar nach so fasß mit kunst dein swert zum slag wi­der / und schlag an alle sarg ein gros­sen ge­wis­sen schlack auf dein ve­int mit dem schla­chen­den ort daß ist der kloß de­inß swertz / Ist daß er vor setzt mit hal­bem swert und springt nach dem schlag de­inen ort Im wi­der zů se­inen au­gen / und hüett er nicht wol se­ineß vor­sacz­ten fu­esß mit hyn­der tri­ten / So schlach ym zům pain zů der kny­escheib mit dem kloß / und ver­schlach dich nicht auß der wag / an­derß er ge­winnt dir den ruck an / und wurf dich ni­der hin­der wärtz / oder sünst dar­nach und er ge­ler­net hiet / Eß ist zů wis­sen daß du nicht mer mort­schleg sül­lest dann einen / Eß wär dann daß du In tref­fen mügst daß eß ny­der fiel oder Im ein ar­men / oder sünst ein na­mlich le­dlam / oder ab­schlügst so schlach oder stich alß vil du mügst zů we­gen prin­gen mag­stu aber nicht so winf al­beg dein swert wi­der un­der dein üch­sen / und setz dein / ort wi­der an zů se­inem ge­sicht nach yedem schlag / Ist daß er dir zů ma­ister­lich ist

/ Annodominimilesimoquadringentesimoquinquagesimosecundo

MHIT deo gra­tiaß